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Antiatomnetz Trier beklagt lückenhafte Messdaten für grenznahe Reaktoren
Antiatomnetz Trier

Die Messdaten zu grenznahen Pannenreaktoren seien schwer verständlich und lückenhaft, sagt das Antiatomnetz Trier. Deshalb engagiere man sich für Stilllegung der Atomanlagen und dies müsse Vorrang haben.

Messdaten über Strahlenbelastung

Die Behörden veröffentlichen seit 14. Juli grenzübergreifend die Rohdaten von 300 Mess-Sonden zwischen Rhein, Mosel, Saar und Maas. Die veröffentlichten Messwerte zur Strahlenbelastung der Luft sei nur ein erster Schritt, gegen Störfälle oder zur Abschaltung tragen sie nicht bei,“ erklärt das Antiatomnetz Trier.

Neue Seite im Netz liefert erste Daten

Via Internetseite informieren Luxemburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland signalisieren , dass die Sorgen der Bürger ernst genommen werden. Die Internetseite wurde am 14. Juli der Presse vorgestellt.
Damit die Internetseite nicht zur Beruhigung diene, sei mehr nötig, sonst ist das im Sinne einer nachhaltigen Energiepolitik vermessen, sagen Die Atomenergiegegner des Antiatomnetzes Trier.

Antiatomnetz Trier und Maus kritisieren lückenhafte Datensammlung

Der Verein MAUS (Messen für aktiven Umweltschutz) ist Teil des Antiatomnetzes Trier und betreibt seit 30 Jahren selbst vier Messstationen. Er bemängelt, dass Regen, Trockenheit, Windrichtung entscheidende Faktoren seien, um die Messwerte zu verstehen, dies fehle bei den Daten. Die zum Verständnis entscheidenden Erklärungen auf der Seite würden wahrscheinlich kaum gelesen und selbst wenn, bleibe es einem fachkundigen Minderheit vorbe­halten, sie wirklich zu verstehen, kritisieren die Aktivisten. So steigen bei Hitze Radongase vermehrt auf und bei Regen werden radioaktive Schwebeteilchen herunter gewaschen, was die Messwerte jeweils erheblich erhöht. Nur weitere Informationen, wie das bei der MAUS parallel eingeblendete Wetterdaten, lassen dies erkennen. Letztendlich braucht es beispielsweise das Wissen um die typische Abklingkurve, um dies als Regenereignis zu inter­pretieren – bei den veröffentlichten Daten sind diese Ereignisse durch Mittelwerte kaschiert – alles scheint in Ordnung.“

Transparenz und radioaktive Wolken

”Die Daten scheinen ein Schritt Richtung Transparenz, die Stationen sind aber zum einem weit weg von den Reaktoren wie Cattenom und zum anderen ist das Netz von Messstationen nicht eng­maschig genug, um alle radioaktiven Wolken sicher zu erfassen.“ sagt Elisabeth Quaré, die die Mess­stationen der MAUS betreut.

Weitere Kritikpunkte betreffen die fehlenden und kritikwürdigen Grenzwerte: ”In der Karte mit den Messstationen signalisiert die überwiegend zu sehende Farbe Blau: ”keine Gefahr – Grenzwert wird eingehalten“,- aber: zum einen ist das nicht sicher – radioaktive Wolken können trotzdem unbemerkt an den Messstationen vorbei eine Verstrahlung von Mensch und Umwelt verursachen, zum anderen sagen kritische Wissenschaftler, dass es keine unschädlichen oder unbedenklichen Grenzwerte für Radioaktivität gibt“, sagten die MAUS-Vertreter.

Atomtransporte und Messwerte aus der Mosel

Das Antiatomnetz würde Veröffentlichungen der radioaktiven Messwerte im Sinne von Trans­parenz und zur Ver­deutlichung der täglichen radioaktiven Emissionen und der täglichen Gefahr eines größeren Unfalls befürworten. Es fehlten die radioaktiven Emissionen in die Mosel, es fehlten die zahlreichen Atomtransporte, die auch mitten durch dichtbesiedeltes Gebiet rollen würden, es fehlten die strahlende Hinterlassenschaft, der Atommüll, der an Orten wie Bure vergraben werden soll und dort eine Gefahr für Jahrtausende und ein kostspieliges und hochgefährliches strahlendes Erbe für Generationen bedeute. „Es fehlt eine stärkere grenzüberschreitende und gesamt­gesellschaft­liche Bewegung für die Stilllegung aller Atomanlagen“, sagt Markus Pflüger vom Antiatomnetz.

Messen und abschalten

Die Atomkraftgegner sind sich sicher, dass die veröffentlichten Messdaten nur ein erster Schritt sein könnte. Die eigenen unabhängigen Mess-Anlagen hätten trotz der neuen Transparenz ihre Wächterrolle nicht verloren. Das Atomnetz kündigte an, dass man solche Veröffent­lichungen kritisch begleite würde. Das Ziel all der Bemühungen ist klar, die Atomanlagen wie Cattenom, Fessenheim Thiange oder Bure sollten abgeschaltet werden.

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Titelfoto: berggeist007/pixelio.de

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