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Malu Dreyer gewinnt in Trier und die SPD im Land

Malu Dreyer hat es geschafft. Die Ministerpräsidentin hat beste Chancen, dieses Amt auch in den kommenden fünf Jahren ausüben zu können. Dreyer konnte bei der Landtagswahl die meisten Stimmen im Land auf sich vereinen und so das Direktmandat im Wahlkreis Trier erringen, wohl ein Ausdruck der Popularität. Die Beliebtheit der Ministerpräsidentin Dreyer dürfte ihrer Partei SPD geholfen haben, stärkste Kraft im Land zu werden, obwohl die SPD lange Zeit in den Umfragen hinter der CDU zurückgelegen hat.

Malu Dreyer hat die meisten Stimmen erhalten. Die alte und wohl auch neue Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz hat mit ihrer SPD einen beachtliches Wahlsieg gefeiert. Die Landtagsabgeordnete Dreyer hat den Erfolg der Partei nochmals gesteigert und die meisten Direktstimmen im Land erhalten. Darüber freute sich die amtierende Ministerpräsidentin so sehr, dass sie in Berlin nach der Pressekonferenz im Willy-Brandt-Haus Journalisten zugerufen hatte, dass sie fast 50 Prozent der Stimmen in Trier erhalten habe. Untergehakt bei der in Schweich lebenden SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verließ Dreyer die Bühne in Berlin.

Malu Dreyer favorisiert Ampel-Koalition

Zurück in Mainz wird die 55-jährige Landesmutter Sondierungsgespräche mit den Grünen und den Liberalen aufnehmen. Dies hatte

malu dreyer für trier

Foto: Staatskanzlei

Dreyer bereits am Sonntag angekündigt und am Montag nochmals bekräftigt. Für Dreyer sei eine große Koalition nach Berliner Vorbild nur eine „Ultima Ratio“. SPD-Landeschef Roger Lewentz sprach sich am Sonntagabend bereits gegen eine große Koalition aus. Alle etablierten Parteien schlossen noch am Wahlabend eine Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland kategorisch aus.

Mehr Wähler zur Landtagswahl

Gestiegen ist die Wahlbeteiligung. In Rheinland-Pfalz waren 3 072 020 Menschen wahlberechtigt, genau 2 161 613 Menschen haben ihre Stimme abgegeben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 70,4 Prozent und es waren 8,6 Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl von 2011. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis entfallen im 17. rheinland-pfälzischen Landtag 39 Sitze auf die SPD, die CDU erhält 35 Sitze, die Grünen wurden abgestraft und kommen noch auf sechs Sitze, die FDP erreicht sieben Sitze und neu im Landtag und gleich mit 14 Sitzen vertreten ist die AfD. Einen ausführlichen Bericht zum Wahlverfahren gibt es auf unserer Seite hier.

Alternativen zur AfD

Erschreckend für viele Politiker und Beobachter war das Abschneiden der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD). Aus dem Stand heraus konnte sich die AfD im Landtag etablieren. Die umstrittene Partei erzielte mit 12,6 Prozent der Stimmen gleich ein zweistelliges Ergebnis und wurde auf anhieb drittstärkste Kraft im Mainzer Landtag. Gerade für Dreyer war dieses Ergebnis eine Mahnung. Denn die AfD habe zahlreiche Wähler aktivieren können, die bei der Landtagswahl 2011 nicht gewählt hätten. Deshalb wolle die SPD diesen Wählern nun ein Angebot machen, damit sie Alternative zur AfD bei den etablierten Parteien finden könnten.

Dreyer in Trier überlegen

Mit 49,6 Prozent oder 21 876 Erststimmen konnte Malu Dreyer das Direktmandat im Wahlreis 25 Trier gewinnen. Damit hatte Dreyer fast doppelt so viele Stimmen wie der zweitplatzierte Kandidat Udo Köhler von der CDU. Köhler erhielt 25,3 Prozent der abgegebenen Stimmen auf dem vierten Platz mit sechs Prozent der Stimmen landete der Grünen-Kandidat Thorsten Kretzer. Michael Frisch von der AfD konnte in Trier 3696 Stimmen oder 8,4 Prozent der Erststimmen erreichen.

Ein überraschendes Comeback gefeiert hat Doris Ahnen. Die rheinland-pfälzische Finanzministerin musste sich bei der Landtagswahl 2011 noch ihrem Herausforderer Wolfgang Reichel von der CDU im Wahlkreis Mainz II geschlagen geben. Bei der Wahl zum 17. Landtag konnte Ahnen nun 21046 Wahlkreisstimmen auf sich vereinen und gewann das Direktmandat von Reichel für die SPD zurück.

Von Mainz nach Berlin

In Berlin wurde Malu Dreyer gefeiert. Schließlich hatte die Ministerpräsidentin einen Sieg errungen, der nicht mehr für möglich gehalten wurde. Lange Zeit war die CDU unter Führung von Julia Klöckner bei Umfragen vorne. Am Ende waren die Christdemokraten unterlegen. Gemessen an Prozentzahlen war die CDU noch nie schlechter in Rheinland-Pfalz. Doch die Zahlen sind trügerisch. Die CDU hat wie die SPD Stimmen hinzugewonnen. Die gestiegene Wahlbeteiligung wirkte sich bei den Prozentzahlen für die CDU negativ aus. Dies liegt vor allem an der AfD und dass es dieser Partei gelungen war, mehr Nichtwähler zu mobilisieren. Dies führte dazu, dass die CDU noch mehr Wahlberechtigte hätte mobilisieren müssen, um mehr Prozentpunkte als 2006 zu bekommen.

Die SPD hat es geschafft, mehr Wähler zu mobilisieren und insgesamt konnte die Partei von Malu Dreyer um 0,5 Prozent zulegen. In Berlin wird nun darüber diskutiert, ob die erfolgreiche Landespolitikerin Dreyer nicht im kommenden Jahr als Kanzlerkandidatin antreten solle. Diesen Wünschen hat sie am Montag bereits eine Absage erteilt. Dreyer will in Mainz regieren, fraglich ist, mit wem.

Hier zum Download: Die Wahlanalyse: wahlnachtanalyse-lw2016

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