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Moot Court: Studenten verhandeln Einbruchsdelikt
Moot Court

Jura-Studierende verhandeln einen Einbruch vor dem Landgericht Trier. Die Verhandlung endet mit einem Freispruch, auch weil Kläger, Richter und Anwälte Studenten sind. Es war das dritte Mal, dass das Semester mit dem Moot Court, mit einem Übungsprozess in dieser Form beschlossen wurde.

Moot Court: Wohnungseinbruch vor Gericht

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Aufklärungsquote allerdings nicht. Statistiken besagen, dass nicht einmal in jedem fünften Fall sich eine heiße Spur ergibt. Landen Tatverdächtige einmal vor Gericht, bedeutet das noch lange nicht, dass sie überführt werden können.

Studenten als Staatsanwälte, Verteidiger und Richter

Jura-Studierende der Trierer Universität haben zum Semesterende in einem Übungsprozess vor dem Landgericht Trier ein Einbruchsdelikt verhandelt. Zuvor hatten sich die angehenden Juristen in zahlreichen Seminarsitzungen mithilfe von erfahrenen Strafrichtern, Staatsanwälten und Strafverteidigern sowie mit Unterstützung von Jura-Professor Mark A. Zöller mit den Aufgaben der Strafrechtspraxis vertraut gemacht. Eingeteilt in drei Gruppen mussten die „Staatsanwälte“ eine Anklageschrift fertigen, die „Verteidiger“ einen Anwaltsschriftsatz verfassen und die Gruppe der „Richter“ den Eröffnungsbeschluss erlassen.

Zwar ist der Fall fiktiv, hat sich aber tatsächlich so ähnlich im Raum Trier abgespielt. Beschuldigt wird ein Mann aus Wittlich. ER soll seinen ehemaligen Kumpel verschiedene Dekowaffen aus seiner Wohnung entwendet haben. Der Beschuldigte behauptet dagegen, die Utensilien auf einem Wittlicher Flohmarkt gekauft zu haben. Detailliert und eloquent legt er dar, warum ihn keine Schuld treffen könne. Sogar ein Plakat von besagtem Flohmarkt kann der Beschuldigte vorlegen.

Moot Court:Stundenlange Befragungen

Stundenlang befragen die Studenten als Staatsanwälte, Verteidiger und Richter den „Angeklagten“ und den „Kläger“, rufen „Zeugen“ auf, wälzen Aktenberge und beraten sich. Immer wieder herrscht Schweigen auf allen Seiten, weil die Studierenden länger überlegen müssen, wo sie nachhaken können. Nach vier Stunden Verhandlungen und gefühlten 40 Grad im Gerichtssaal steht es weiterhin Aussage gegen Aussage.

Die Richter ziehen sich ein letztes Mal zurück und erscheinen schließlich, um das Urteil zu verkünden: Der Angeklagte wird freigesprochen, weil man seine „Geschichte“ nicht widerlegen kann. Es gab keine unmittelbaren Tatzeugen, sondern nur Indizien. Insofern müssen die Richter letzten Endes im Zweifel für den Angeklagten entscheiden und ihn aus Mangel an Beweisen freisprechen.

Es ist das dritte Mal, dass der Moot Court in dieser Form stattfindet. Veranstaltet wird der Übungsprozess vom Institut für Deutsches und Europäisches Strafprozessrecht und Polizeirecht (ISP) – Prof. Dr. Mark A. Zöller ist dessen Vorsitzender –, in Kooperation mit dem Landgericht Trier und der Staatsanwaltschaft Trier.

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