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Theater Trier oder Theater der Region
Theater Trier

Der Trierer Stadtrat trifft sich am Donnerstag, 16. Juni, zur nächsten Sitzung. Die Tagesordnung ist lang, es stehen bisher 35 Punkte an. Im Großen Rathaussaal am Augustinerhof wird unter anderem darüber diskutiert werden, ob aus dem Theater Trier das Theater der Region werden soll.Ein spannender Punkt, nicht nur weil Intendant Karl Sibelius keine Verträge mehr alleine abschließen kann. Grund sind die überschrittenen Budgets.

Aus Theater Trier soll Theater der Region werden

Die FWG-Fraktion hat für die Stadtratssitzung am Donnerstag, 16. Juni, den Antrag zum „Theater der Region Trier“ eingebracht. Im Antrag heißt es:

[aesop_quote type=“pull“ background=“#282828″ text=“#ffffff“ width=“550px“ align=“center“ size=“1″ quote=“Der Stadtrat fordert die Verwaltung auf, die Voraussetzungen dafür zu prüfen und zu schaffen, die Gewährleistungsträgerschaft des Theaters Trier in der Rechtsform einer AÖR auf die Landkreise der Region Trier auszuweiten. Nach Abschluss der Vorberatungen im Kulturausschuss und dessen Votum soll der Oberbürgermeister Verhandlungen mit den Landräten der Region Trier aufnehmen mit dem Ziel, das Theater Trier in ein Theater der Region Trier zu überführen. Die Ergebnisse der Prüfung sollen im Steuerungsausschuss beraten und dem Rat gegebenenfalls zur Beschlussfassung vorgeschlagen werden. “ parallax=“on“ direction=“left“]

 

Eine Forderung, die mit Blick auf die Ereignisse der vergangenen Tage eine gewisse Dynamik entfalten könnte, wenn sich der Stadtrat am kommenden Donnerstag im Rathaus versammelt. Die Entscheidung, aus dem Generalintendanten Karl Sibelius mit umfangreichen Befugnissen einen Intendanten mit eingeschränkten Befugnissen zu machen, ist im politischen Trier auf geteiltes Echo gestoßen.

Theater Trier: Überzogene Budgets im Millionenbereich

Mehrausgaben von jeweils 1,3 Millionen Euro für die Spielzeiten der Jahre 2015 und 2016 hat Triers Oberbürgermeister dazu gezwungen, Sibelius die kaufmännische Leitung des Theaters Trier zu entziehen. Leibe sprach von einer „Haushaltsnotlage“, finanztechnisch bestehe „höchster Optimierungsbedarf“.
Die überzogenen Budgets des Theaters haben weitreichende Konsequenzen für den gesamten städtischen Haushalt. Während einer Pressekonferenz sprach er von einer Solidaritätsaktion in Form einer Haushaltssperre für den gesamten freiwilligen Bereich. Alle Dezernate müssten nun gemeinsam helfen, das entstandene Defizit auszugleichen.

CDU begrüßt Leibes Entscheidung ausdrücklich

Angesichts der sich dramatisch zuspitzenden desolaten finanziellen Situation des Trierer Theaters habe die CDU-Fraktion ausdrücklich begrüßt, dass der Trierer Oberbürgermeister die Reißleine gezogen und dem Intendanten des Trierer Theaters die Finanzverantwortung entzogen habe, schreibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Albrecht in einem Statement. Angesichts der aufgezeigten Defizite sei dieser Schritt zwingend notwendig. Der OB hat in dieser Frage die volle Unterstützung der CDU-Fraktion.

Wegen der Negativschlagzeilen fordert die CDU, dass „zeitnah ein umfassendes, zukunftsweisendes und tragfähiges Marketingkonzept entwickelt werde.“ Für die Christdemokraten ist der Ruf des Theater „leider zurzeit stark beschädigt“. Wenn der Intendant, Karl Sibelius, immer betont hat, dass das „Theater Trier in aller Munde sein solle“, so sei das Verständnis dieser Aussage bei der CDU eine andere gewesen. Deshalb fordert Albrecht, dass schnell Maßnahmen ergriffen werden, um das Theater wieder in ein positives Licht zu rücken. Albrecht nimmt dabei den zuständen Dezernenten Thomas Egger (SPD) in die Verantwortung.

Die Linke sorgt sich um die künftige Kultur

Susanne Kohrs ist Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke und sie macht sich Sorgen über die Haushaltssperre bei den freiwilligen Leistungen. Kohrs glaubt, dass über kurz oder lang die Stadt Trier die Folgen deutlich spüren werde. „Wir leiden schon jetzt unter einem enormen Investitionsstau, der sich durch eine teilweise Haushaltssperre enorm verschärfen wird.

Konkret würde die Sperre bedeuten, dass wichtige Ausgaben im Sozial- und Bildungsbereich ausfallen würden, besonders wenn es darum gehe, Schulen und Sportstätten inklusiver zu gestalten. Auch den Kulturbereich würde es schwer treffen. Wenn keine bedarfsgerechte Finanzierung des Kulturbereichs mehr stattfinden könnte, würde die städtische Kulturlandschaft in Zukunft austrocknen, schreibt Kohrs in ihrem Statement.

SPD sieht Impulse in der künstlerischen Arbeit

„Die neuen Haushaltszahlen des Theaters vom Wochenende sind besorgniserregend. Die Lücke im Budget wächst und zwingen den Stadtvorstand zum entschiedenen Handeln. Es war daher richtig, Maßnahmen zu treffen, die Budgetausdehnungen zu stoppen und ein Vieraugen-Prinzip einzuführen“, sagt Markus Nöhl, der kulturpolitische Sprecher der SPD. Die SPD-Stadtratsfraktion unterstütz die Forderung Leibes, eine zweiköpfige Führungsebene im Theater zu installieren. Angesichts der massiven strukturellen und infrastrukturellen Herausforderungen sei eine Arbeitsteilung zwischen Kunst und Verwaltung dringend gefordert. Die SPD will das „Dreisparten-Ensemble-Theater erhalten und mit dieser Korrektur eine zukunftsfähige Organisation erreichen.“

Im Gegensatz zu CDU-Mann Albrecht sieht Nöhl das Theater nicht nur in den negativen Schlagzeilen. Durch Impulse in der künstlerischen Arbeit des Hauses in der aktuellen Spielzeit belebt. Produktionen wie ‚Sweeney Todd‘, der ‚Zauberberg‘ oder das Musical ‚Rent‘ zeugten vom künstlerischen Aufbruch. „Dieser gute Weg soll weiter fortgesetzt werden, aber auch die strukturellen Probleme eines Stadttheaters weiter angegangen werden“, sagt Nöhl. Deshalb setzt sich der Kulturpolitiker für die Doppelspitze am Theater Trier ein. Nöhl sagt, dass sich eine Zweier-Spitze effektiver den vielfältigen Herausforderungen zuwenden könne. „Wir fordern daher, dass die begonnene Strukturreform des Theaters Trier fortgesetzt wird und zukünftig eine klare Haushaltsberichterstattung für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit sorgt“, sagt Nöhl.

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