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Trierer, die Flüchtlingen helfen
Flüchtlinge

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat den heutigen 20. Juni zum internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Laut UNHCR waren im zurückliegenden Jahr 2015 noch nie so viel Menschen auf der Flucht. Konflikte und Verfolgung und daraus resultierende Flucht hätten ein Rekordniveau erreicht. Die Auswirkungen waren und sind auch in Trier zu spüren.

Mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht

Rund 65 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr auf der Flucht. Gemessen an einer Weltbevölkerung von 7,349 Milliarden Menschen ist damit statistisch jeder 113. Mensch entweder asylsuchend oder Flüchtling. Insgesamt sei die globale Zahl der Menschen auf der Flucht damit in etwa so groß wie die Einwohnerzahlen von Großbritannien, Frankreich oder Italien, schreibt das UNHCR.

Zahl der Flüchtlinge steigt seit den 1990er Jahren

Seit Mitte der 1990er Jahre hätten laut UNHRC-Bericht Flucht und Vertreibung in den meisten Regionen weltweit stetig zugenommen. In den vergangenen fünf Jahren jedoch schnellten die Zahlen rasant nach oben. Dafür gebe es drei Gründe: Flüchtlingssituationen dauern länger an. So gibt es Konflikte in Somalia oder Afghanistan bereits seit jeweils drei, beziehungsweise vier Jahrzehnten. Zudem nehmen neue oder wieder aufflammende Konflikte zu, der größte davon ist der Syrien-Konflikt. Zudem lassen seit Ende des Kalten Krieges effektive und dauerhafte Lösungen immer länger auf sich warten. Während im Jahr 2005 durchschnittlich sechs Menschen pro Minute entwurzelt wurden, sind es heute 24 Menschen pro Minute – das sind statistisch zwei Menschen pro Atemzug.

Refugee Law Clinic in Trier

In Trier kämpfen Jana Schollmeier (25) und Martin Weiler (28) gemeinsam mit weiteren Freiwilligen für die Rechte von Flüchtlingen. Schollmeier und Weiler haben die Refugee Law Clinic gegründet, eine studentische Rechtsberatung für Flüchtlinge. Entstanden sind Refugee Law Clinics, um ihren Mandanten nach der oft schrecklichen Flucht zu helfen, einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu bekommen. 24 Mitglieder waren es im Dezember 2014, die die Trierer Refugee Law Clinic (RLC) gegründet haben.

Knapp ein Jahr hat es gedauert, bis die RLC mit der eigentlichen Arbeit starten konnte. Zuvor haben die heutigen Rechtsberater Vorlesungen organisiert und besucht, sie haben hospitiert und Prüfungen abgelegt. Eine gute Vorbereitung sei sehr wichtig, erklärt Jana Schollmeier, schließlich hänge von der Beratung der RLC das Schicksal von Menschen ab. Einen ausführlichen Bericht über die RLC Trier haben wir am 3. Juni veröffentlicht. Er ist unter dem Titel Nach der Flucht und vor den Beamten verlinkt.

Kunstasyl in der Trierer Tufa

Künstlerisch konnten sich Flüchtlinge in der Trierer Tufa betätigen. Künstler aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea haben drei Wochen lang die Kunsträume der Trierer Kulturfabrik nutzen können und haben dabei eine kreative Stimme entwickelt und eine Sprache gefunden, um sich auszudrücken. Ein paar tolle Dinge seien entstanden, freute sich Irina Ruprecht. Ruprecht und weitere Künstler engagierten sich im Projekt Kunstasyl.

Trierer und geflüchtete Künstler haben gemeinsam gearbeitet, gekocht, gesungen und sich gegenseitig inspiriert. Die entstandenen Arbeiten werden im September in der Trierer Art Gallery präsentiert werden. Einen ausführlichen Bericht mit einer Bildergalerie von ausgewählten Arbeiten haben wir auf Der Trierer mit der Überschrift Kunst und Asyl ergeben Kunstasyl veröffentlicht.

Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Dieser Tag wird in zahlreichen Ländern von Aktionen begleitet, um auf die Situation und Not von Millionen Menschen aufmerksam zu machen. Flüchtlingshochkommissar António Guterres sagt:

[aesop_quote type=“pull“ background=“#50c5e9″ text=“#ffffff“ align=“left“ size=“1″ quote=“„Überall auf der Welt fliehen Familien vor Gewalt. Die Zahlen sind gewaltig, aber wir dürfen nicht vergessen, dass diese Menschen Mütter und Väter, Töchter und Söhne sind, Menschen wie Du und ich – bevor der Krieg sie zur Flucht gezwungen hat. Am Weltflüchtlingstag sollten sich alle daran erinnern, was uns verbindet: unsere gemeinsame Menschlichkeit.““ parallax=“off“ direction=“left“]

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