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Dada in der Tufa
Dada

Dada feiert Geburtstag und wird 100 Jahre alt. Eine Ausstellung über Dada – entstanden in Trieres Partnerstadt Weimar – gastiert ab Donnerstag, 30. Juni, in der Trierer Tufa. Die DADA-DEKADE ist höherer Unfug und die Ausstellung trägt den Namen: Zürich – Züklon – Züankaly.

Dada in der Entstehung

Mit dem Federmesser stach der Schriftsteller Hugo Ball auf ein deutsch-französisches Wörterbuch ein und traf das Wort dada. Eine Kunstbewegung war geboren. Das war vor 100 Jahren in der Spiegelgasse 1 in Zürich. Lenin lebte in der gleichen Straße, nur ein paar Häuser vom Cabaret Voltaire entfernt, der Keimzelle des Dadaismus.
Gegründet wurde Dada von Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Hans Arp. Die Bewegung erreichte 1922 Weimar, wo sich die Speerspitze der europäischen Avantgarde zu einem “Internationalen Kongress der Dadaisten und Konstruktivisten” versammelte. Zu den Teilnehmerrn gehörten Hans Arp, Hans Richter, Kurt Schwitters und Tristan Tzara, die Konstruktivisten El Lissitzky, Theo van Doesburg und László Moholy-Nagy sowie die Bauhausschüler Karl Peter Röhl und Werner Graeff.

Dada-Dekade: Von Weimar nach Trier

Um den 100. Jahrestag dieses Ereignisses vorzubereiten, wurde 2012 in Triers Partnerstadt Weimar die DADA-DEKADE ausgerufen. So ist eine Ausstellung entstanden, die über die Historie seit 1916 informiert und besonders Weimarer DADA-Aktivitäten beleuchtet. Sie umfasst Originale von Mary Bauermeister und Adam Noack, sechs Filme, sieben Zeitungsartikel, 12 Plakate, 132 Fotos und eine Vitrine mit 13 originellen Artefakten, wie z. B. die Fußpuder-Streubüchse von Kurt Schwitters, eine Seifenschale von Hannah Höch oder Handschuhe von Nelly van Doesburg. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 30. Juni, mit einer Vernissage ab 19.30 Uhr eröffnet.

Ensemble für Intuitive Musik Weimar

In diesen Rahmen eingebettet ist das Dada-Konzert mit Daniel Hoffmann, Trompete/Flügelhorn, Hans Tutschku, Live-Elektronik, und Michael von Hintzenstern, Klavier/Harmonium. Dieses „Ensemble für Intuitive Musik Weimar“ (EFIM) wurde 1980/81 gegründet. Es setzte sich zu DDR-Zeiten in 100 Konzerten für die Musik von Karlheinz Stockhausen ein und konnte 1990 erstmals vor ihm spielen, der darüber schrieb: „…es war gut, daß ich Euch endlich im Konzert erlebt habe. Euch allen möchte ich danken: Ihr habt die Intuitive Musik lebendig gehalten.“

In zahlreichen synästhetischen Eigenprojekten knüpft das Ensemble an Impulse des Bauhauses und des Dadaismus an. Das Ensemble bietet ab 20 Uhr im Großen Saal der Tufa einen Querschnitt durch seine bisherigen Programme, deren Bogen von den Anfängen (Kurt Schwitters, Tristan Tzara, I. K. Bonset, Hannah Höch, Erik Satie, Erwin Schulhoff) über Dada Japan (Jun Tsuji, Shinkichi Takahashi und Éisuke Yoshiyuki) bis zur post-dadaistischen Gegenwart (Michael von Hintzenstern, Gabriele Stötzer) gespannt ist.

Dada und die Kunstgeschichte

Der Dadaismus war in vielerlei Hinsicht ein sehr großer und radikaler Schritt in der Kunstgeschichte. Er brachte viele Neuerungen in der Technik der bildenden Kunst hervor, wie er auch dafür gesorgt hatte, dass zahlreiche Tabus in der Kunstszene gebrochen wurden und die Kunst nicht mehr nur Abbild der Wirklichkeit ist, sondern viel mehr. Dada zerstörte die getrennten Ausdrucksweisen der Künste und führte verschiedene künstlerische Disziplinen zusammen, die zum Teil anarchisch miteinander verbunden wurden: Tanz, Literatur, Musik, Kabarett, Rezitation und verschiedene Gebiete der Bildenden Kunst wie beispielsweise Bild, Bühnenbild, Graphik, Collage, Fotomontage. Die Dadaisten entdeckten den Zufall als schöpferisches Prinzip. Teile dieses höheren Unfugs gibt es bis zum 17. Juli in der Trierer Tufa zu sehen.

[note] icon-hand-o-right Ausstellung in der TUFA Trier: Zürich | Züklon | Züankaly| 1.OG vom 30. August -17. Juli
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Vernissage: 30. Juni ab 19 Uhr

icon-hand-o-right Konzert zur Ausstellung: 30. Juni ab 20 Uhr mit Ensemble für Intuitive Musik Weimar
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Titelfoto: Johannes Theodor Baargeld

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