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Fest und Protest zum 1. Mai

 Zeit für mehr Solidarität fordert der DGB Region Trier und veranstaltet Protest und Fest auf dem Trierer Kornmarkt zum 1. Mai. Als Gastredner wurde Heiner Geißler eingeladen. In der vergangenen Woche gab es Warnstreiks in Trier und der Region. Die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst befinden sich in Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Seinen Ursprung hat der 1. Mai als Tag der Arbeit in der amerikanischen Arbeiterbewegung.

Chicago Haymarket

Nicht mehr als acht Stunden pro Tag sollte gearbeitet werden. Im Jahr 1886 war es die nordamerikanische Arbeiterbewegung, die sich gegen Ausbeutung wie einen Arbeitstag mit zwölf Stunden für drei Dollar Lohn auflehnte. Die Arbeiter einer Chicagoer Fabrik wollten mit einem Streik den Acht-Stunden-Tag durchsetzen. Der Fabrikbesitzer reagierte mit Aussperrung und wollte die Arbeitsplätze mit neuen Einwanderern besetzen. Die Arbeiter-Zeitung agitierte dagegen und am Abend des 1. Mai 1886 kam es zur Arbeiterversammlung auf dem Haymarket in Chicago. Der Chefredakteur der Arbeiter-Zeitung war August Spies und dieser Spies hielt während der Haymarket-Versammlung eine aufrüttelnde Rede. Daraus folgte ein mehrtägiger Streik und dieser Streik eskalierte und führte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die als Haymarket Affair zur amerikanischen Geschichte gehört. Zum Gedenken an die Opfer wurde auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen im Jahr 1889 der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen.

Feiertag durch die Nationalsozialisten

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1. Mai
Demonstration- Während der Kampfdemonstration zum 1. Mai in der Karl-Marx-Allee.

© ADN-ZB Zimmermann 1.5.87 Berlin

Erste Anläufe, den 1. Mai in Deutschland als gesetzlichen Feiertag zu bestimmen, wurden von der Weimarer Nationalversammlung 1919 unternommen, aber erst unter den Nationalsozialisten wurde der 1. Mai im Jahr 1933 zum gesetzlichen Feiertag. Offiziell wird der erste als Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde bezeichnet.

Warnstreiks in Trier

In Trier und der Region wird gerade um die soziale Gerechtigkeit gerungen. In der zurückliegenden Woche wurden durch Warnstreiks im öffentlichen Dienst Kitas, Müllabfuhr und der Busverkehr bestreikt. Betroffen von den Trierer Warnstreiks waren unter anderem die Stadtwerke Trier als Anstalt öffentlichen Rechtes (AöR). Mit gravierenden Einschränkungen im Busverkehr wurde gerechnet und die Müllabfuhr hat Extraschichten geschoben, um die Zeit wieder aufzuholen. Um nichts anderes als Drohgebärden würde es sich bei den Warnstreiks handeln, schreibt Detlef Esslinger in der Süddeutschen Zeitung vom Mittwoch, 27. April. Mit den Warnstreiks würden Gewerkschaften den Arbeitgebern vorführen, dass sie zur Mobilisierung der Kräfte imstande wären, sollten die Arbeitgeber meinen, ihnen einen billigen Abschluss zumuten zu können ( Der Bericht wurde auf Süddeutsche.de unter der Überschrift: Wenn Teppichhändler Pakete schnüren veröffentlicht).

Der 1. Mai in Trier

Zeit für mehr Solidarität fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund zum Tag der Arbeit, auch gegenüber Mitarbeitern im öffentlichen Dienst. Die Warnstreiks in Trier sind vorbei und der Trierer Tag der Arbeit findet am Sonntag auf dem Kornmarkt statt. Los geht es ab 10.30 Uhr. Zum Auftakt gibt es Musik von der Band „Goldrush“. Offizieller Beginn der Kundgebung sei 11 Uhr, erklärt Christian Z. Schmitz, DGB-Regionsgeschäftsführer Trier, in seiner Einladung. Als Gastredner wird Oberbürgermeister Wolfram Leibe auftreten. Als Festredner wird Hainer Geißler auftreten. Geißler war zwölf Jahre Generalsekretär der CDU. Geißler vermittelt regelmäßig in Tarifkonflikten und arbeitet als Schlichter. Zuletzt war Geißler als Schlichter imKonflikt um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 tätig. Laut Schmitz würden die Reden gegen 112.30 Uhr beendet sein. Anschließend, ab 13 Uhr, starte das Familienfest des DGB. Ein weiterer Anreiz biete der DGB den Gewerkschaftsmitgliedern mit Hilfe von Kooperationspartnern an: die Museen der Stadt ermöglichen kostenfreie bzw. ermäßigte Eintritte, wenn man sich mit dem Pin zum 1. Mai als Gewerkschaftsmitglied ausweisen könne. Ebenfalls würde dies für das Bad und den Saunagarten der SWT. gelten Über ein „Kombiticket“ der VRT, die Gewerkschaftsmitglieder (IG Metall, verdi, NGG) in ihrem Gewerkschaftsbüro erhalten können, sei eine kostenfreie Nutzung des ÖPNV in der gesamten Region Trier am 1. Mai möglich. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir eine gute Mischung aus „Protest und Fest“ anbieten, der dem 1. Mai gerecht wird“, sagt Schmitz. Es war ein langer Weg vom Chicagoer Haymarket zum Protest und Fest auf dem Trierer Kornmarkt.

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